Wichtiger Hinweis: Dieser Beitrag gibt allgemeine Orientierung und ist keine Rechtsberatung. Eine Abmahnung ist ein rechtlich bedeutsames Schreiben mit Fristen. Für den konkreten Fall solltest du zeitnah eine auf Urheberrecht/Medienrecht spezialisierte Anwältin oder einen Anwalt hinzuziehen. Die folgenden Punkte helfen nur, die Lage einzuordnen.

Zuerst: nicht in Panik verfallen — und nicht vorschnell handeln

Zwei Reaktionen sind gleichermaßen falsch: die Abmahnung ignorieren(sie verschwindet nicht, und Fristen laufen) oder reflexartig zahlen und unterschreiben, um Ruhe zu haben. Beides kann teuer werden. Der richtige erste Schritt ist, das Schreiben in Ruhe zu lesen, die Fristen zu notieren und sich fachlich beraten zu lassen, bevor man antwortet.

Was in einer Abmahnung steht

Eine typische urheberrechtliche Abmahnung enthält mehrere Bausteine — es hilft, sie zu kennen:

  • Der Vorwurf: welches Bild wo genutzt wurde und warum das die Rechte des Urhebers verletzt (meist fehlende Lizenz oder fehlende Namensnennung).
  • Unterlassungserklärung: ein beigefügter Text, mit dem man sich verpflichtet, den Verstoß künftig zu unterlassen — oft mit hoher Vertragsstrafe bei Wiederholung.
  • Geldforderungen: Schadensersatz für die Nutzung plus die Anwaltskosten der Gegenseite.
  • Fristen: bis wann reagiert werden soll.

Die Falle: die vorformulierte Unterlassungserklärung

Der heikelste Punkt ist die beigelegte Unterlassungserklärung. Sie ist von der Gegenseite formuliert und daher zu deren Gunsten — oft weiter gefasst als nötig, mit dauerhafter Bindung und empfindlichen Vertragsstrafen. Sie ungeprüft zu unterschreiben, kann langfristige Folgen haben. Ob überhaupt, und wenn ja in welcher modifizierten Form eine Erklärung abgegeben wird, ist genau der Punkt, an dem fachliche Prüfung zählt.

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Das Bild entfernen — ja, aber richtig eingeordnet

Das beanstandete Bild von der Seite zu nehmen, ist fast immer sinnvoll, um den laufenden Verstoß zu beenden. Aber Achtung: Löschen allein erledigt die Abmahnung nicht. Für die zurückliegende Nutzung können Ansprüche bestehen bleiben. Löschen ist ein Baustein einer überlegten Reaktion, nicht die ganze Antwort. Dokumentiere, wann du das Bild entfernt hast.

Woher die Ansprüche oft kommen

Die meisten Bild-Abmahnungen haben zwei Ursachen, die sich leicht vermeiden lassen:

  • „Im Internet gefunden" ≠ „frei nutzbar". Ein Bild ist nicht dadurch lizenzfrei, dass es öffentlich auffindbar ist.
  • Fehlende oder falsche Namensnennung. Selbst bei erlaubter Nutzung kann eine unvollständige Quellenangabe den Lizenzschutz aufheben — der häufigste Einzelfehler (siehe Bildquelle richtig angeben).

So beugst du künftig vor

  1. Nur eigene oder klar lizenzierte Bilder nutzen.
  2. Die Lizenzbedingungen genau erfüllen — vor allem die Namensnennung (siehe Creative-Commons-Lizenzen).
  3. Herkunft und Lizenz jedes Bildes dokumentieren — damit du im Zweifel belegen kannst, dass du berechtigt warst.
  4. Im Zweifel eigenes Foto statt fremdes Bild.

Der Überblick zu Bildrecht, Stock-Lizenzen und KI-Bildern steht im Beitrag Bildrecht 2026.

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Häufige Fragen

Ich habe eine Abmahnung wegen eines Bildes bekommen — was mache ich zuerst?

Ruhe bewahren und Fristen notieren, aber nichts unüberlegt unterschreiben oder zahlen. Eine Abmahnung ist ernst zu nehmen, aber nicht jede Forderung ist berechtigt oder in voller Höhe durchsetzbar. Der wichtigste erste Schritt ist, sich fachlich beraten zu lassen, bevor man reagiert — dieser Beitrag ersetzt das nicht.

Sollte ich die beigefügte Unterlassungserklärung einfach unterschreiben?

Nicht ungeprüft. Vorformulierte Unterlassungserklärungen sind oft zugunsten der Gegenseite formuliert und können weitreichende, dauerhafte Verpflichtungen samt hoher Vertragsstrafen enthalten. Ob und in welcher (modifizierten) Form man sie abgibt, sollte man fachlich prüfen lassen.

Darf ich das beanstandete Bild einfach löschen?

Das Bild zu entfernen ist meist sinnvoll, um den laufenden Verstoß zu beenden — aber es erledigt die Abmahnung nicht automatisch, weil Ansprüche für die zurückliegende Nutzung bestehen bleiben können. Löschen ja, aber als Teil einer überlegten Reaktion, nicht als alleinige Antwort.

Wie vermeide ich Bild-Abmahnungen von vornherein?

Nur eigene Bilder oder Bilder mit klarer, dokumentierter Lizenz nutzen, die Lizenzbedingungen genau erfüllen (besonders die Namensnennung), und die Herkunft jedes verwendeten Bildes festhalten. Die häufigsten Fehler sind fehlende Nachweise und die Annahme, 'im Internet gefunden' bedeute 'frei nutzbar'.

Nochmals: Bei einer konkreten Abmahnung ersetzt dieser Beitrag keine Rechtsberatung. Verbraucherzentralen und auf Urheberrecht spezialisierte Anwältinnen und Anwälte sind die richtigen Ansprechpartner.

Quellen

Verbraucherzentrale · Urheberrechtsgesetz (UrhG).