Die Schnell-Zuordnung
| Du willst… | Nimm |
|---|---|
| PSD-Dateien öffnen, Photoshop-Gefühl, nichts installieren | Photopea |
| Das mächtigste installierbare Gratis-Programm | GIMP |
| Zeichnen, Illustrieren, Concept Art | Krita |
| Windows, schlank, schnell gelernt | Paint.NET |
| Nur mal eben zuschneiden/aufhellen | Bordmittel (Fotos-App) |
| Verkleinern, konvertieren, Favicon & Co. | Spezialisierte Browser-Tools |
Photopea — Photoshop im Browser-Tab
Photopea ist das Erstaunlichste auf dieser Liste: ein von einem einzelnen Entwickler gebauter Editor, der im Browser läuft, PSD-, XCF- und Sketch-Dateien öffnet und die Photoshop-Oberfläche so genau nachbildet, dass Umsteiger sich sofort zurechtfinden. Ebenen, Masken, Smart Objects, Auswahl-Werkzeuge — alles da. Grenzen: werbefinanziert (Seitenleiste), bei sehr großen Dateien merklich langsamer als native Programme, und die Verarbeitung läuft zwar lokal im Browser, das Programm selbst lädt aber von fremden Servern. Für wen: alle, die „ein bisschen Photoshop" brauchen, ohne Abo und Installation.
GIMP — der Veteran mit der steilen Lernkurve
Seit 1998 das Flaggschiff der freien Bildbearbeitung, seit Version 3 auch mit moderner Oberfläche und nicht-destruktiven Ansätzen. GIMP kann Retusche, Montage, Skripting und lässt sich mit Plug-ins fast beliebig erweitern. Grenzen: die Bedienlogik unterscheidet sich spürbar von Adobe-Gewohnheiten, KI-gestützte Auswahl fehlt, natives CMYK für den Profi-Druck ebenso. Für wen: alle, die regelmäßig ernsthaft bearbeiten, Wert auf Open Source legen und die Einarbeitung nicht scheuen — einmal gelernt, hält das Wissen Jahrzehnte.
Krita — nicht Bildbearbeitung, sondern Malerei
Krita wird oft in dieser Liste geführt, ist aber eigentlich ein Digital-Painting-Programm: Pinsel-Engine, Stabilisatoren und Animations-Werkzeuge auf einem Niveau, für das andere Geld verlangen. Foto-Retusche geht, ist aber nicht seine Stärke. Für wen: Zeichner, Illustratoren, Comic-Artists — mit Grafiktablett die klare Empfehlung.
Paint.NET — der Windows-Pragmatiker
Deutlich mächtiger als das alte Paint, deutlich zugänglicher als GIMP: Ebenen, Effekte, eine aktive Plug-in-Szene — und in einer Stunde erlernt. Grenzen: nur Windows, keine Masken im Photoshop-Sinn, kaum Automatisierung. Für wen: Windows-Nutzer, die mehr als Bordmittel und weniger als GIMP wollen.
Bordmittel — unterschätzt auf jedem System
Die Fotos-Apps von Windows 11, macOS, iOS und Android decken mehr ab, als ihr Ruf vermuten lässt: Zuschneiden, Begradigen, Belichtung/Farbe, Retusche-Stift, auf Apple-Systemen sogar Freistellen per Langdruck aufs Motiv. Für wen: alle — als erste Station, bevor überhaupt etwas installiert wird. Erst wenn hier eine Funktion fehlt, lohnt der Blick nach oben in die Liste.
Spezialisierte Browser-Tools — die Kategorie daneben
Ein ganzer Aufgaben-Block taucht in klassischen Bildbearbeitungen gar nicht oder nur umständlich auf: Bilder aufs Kilobyte komprimieren, Formate wie HEIC umwandeln, Favicons und App-Icons erzeugen oder Metadaten prüfen und entfernen. Für genau diese Handwerks-Aufgaben sind Einzweck-Browser-Tools der schnellste Weg — ohne Installation, und bei browser-lokaler Verarbeitung (wie bei unseren JNRT-Pixel-Tools) auch ohne dass Bilder den Rechner verlassen. Der Überblick, was im Browser inzwischen alles geht: Bildbearbeitung im Browser.
Der ehrliche Gesamt-Rat
Nicht ein Programm suchen, sondern eine Zwei-Werkzeug-Lösung: ein Editor für gestalterische Arbeit (Photopea oder GIMP, je nach Geschmack) plus Browser-Tools für das tägliche Handwerk. Wer beides mit einem einzigen Alleskönner erschlagen will, bekommt bei den schnellen Aufgaben das langsamste Erlebnis — das gilt für Photoshop genauso wie für GIMP.
Häufige Fragen
Was ist die beste kostenlose Photoshop-Alternative?
Für die meisten: Photopea. Es läuft im Browser, öffnet PSD-Dateien, und die Oberfläche ist Photoshop so ähnlich, dass vorhandenes Wissen direkt übertragbar ist. GIMP ist mächtiger erweiterbar, verlangt aber deutlich mehr Einarbeitung.
Ist GIMP so gut wie Photoshop?
Für klassische Retusche und Bildmontage kommt GIMP erstaunlich weit. Die relevanten Lücken: kein natives CMYK für den Profi-Druck, schwächere KI-Auswahlwerkzeuge und eine Oberfläche, die anders denkt als alle Adobe-Programme. Kostenlos und quelloffen bleibt es trotzdem die mächtigste installierbare Option.
Brauche ich überhaupt ein Bildbearbeitungsprogramm?
Oft nicht. Wer nur zuschneidet, verkleinert, dreht oder Formate umwandelt, ist mit den Bordmitteln des Betriebssystems oder spezialisierten Browser-Tools schneller — ohne Installation und ohne Lernkurve.
Quellen
GIMP — offizielle Website · Photopea — offizielle Website · Krita — offizielle Website · Paint.NET — offizielle Website.