Screenshots verraten mehr, als man meint
Der gefährliche Bereich eines Screenshots ist selten die Mitte — es ist der Rand. Dort sitzen die Dinge, die man nicht mitteilen wollte:
- Name und Adresse in der Kopfzeile einer Rechnung oder App
- IBAN, Kontostand und Umsätze in Banking-Screenshots
- andere offene Chats in der Messenger-Übersicht
- Push-Benachrichtigungen am oberen Bildschirmrand
- Browser-Tabs und Lesezeichen mit verräterischen Titeln
- Autovervollständigung in der Adresszeile
Der beste Schutz ist deshalb nicht das nachträgliche Schwärzen, sondern: gar nicht erst mitfotografieren.
Regel 1: Zuschnitt schlägt Balken
Was nicht im Bild ist, kann nicht durchsickern. Statt einen sensiblen Bereich nachträglich zu übermalen (und dabei zu riskieren, dass der Balken nicht deckt oder verschiebbar bleibt), schneide den Screenshot eng zu, sodass nur der nötige Ausschnitt bleibt. Das Zuschneide-Tool macht das browser-lokal in Sekunden — der Screenshot verlässt deinen Rechner nicht. Ganz nebenbei wird das Bild dadurch auch kleiner und übersichtlicher.
Regel 2: Was bleibt, deckend übermalen
Sensible Stellen mitten im Bild (eine IBAN in der Zeile über der Fehlermeldung) lassen sich nicht wegschneiden. Diese deckend übermalen — voller, blickdichter Marker oder gefülltes Rechteck, keine halbtransparente Farbe. Danach als neue Datei speichern, damit die Fläche fest ins Pixelbild gebrannt ist und kein entfernbares Objekt bleibt. Warum leichtes Verpixeln hier nicht genügt, steht im Beitrag Gesichter und Kennzeichen unkenntlich machen.
Regel 3: An die Benachrichtigungsleiste denken
Handy-Screenshots zeigen oben die Statusleiste — und dort ploppen im falschen Moment Nachrichten-Vorschauen auf („Mama: Bist du …"). Wer regelmäßig Screenshots teilt, aktiviert kurz den Fokus-/Nicht-stören-Modus oder blendet Benachrichtigungsvorschauen aus. Alternativ die Statusleiste beim Zuschneiden einfach abschneiden.
Der Sonderfall: abfotografierter Bildschirm
Manchmal fotografiert man einen Bildschirm mit dem Handy ab, statt einen echten Screenshot zu machen. Dann gilt zusätzlich der Metadaten-Hinweis: Solche Fotos tragen GPS-Koordinaten. Vor dem Teilen mit Fremden also auch hier die Metadaten prüfen. Ein echter Screenshot (Tastenkombination bzw. Wischgeste) ist ohnehin die sauberere, schärfere und datensparsamere Wahl — mehr dazu im Beitrag Screenshots optimieren.
Die 30-Sekunden-Routine vor dem Senden
- Eng zuschneiden — nur der nötige Ausschnitt bleibt.
- Rand prüfen — Kopfzeile, Benachrichtigungen, andere Chats, Tabs weg?
- Innen liegende Daten deckend übermalen und als neue Datei sichern.
- Fertiges Bild einmal ansehen, bevor es rausgeht.
Häufige Fragen
Was wird auf Screenshots am häufigsten versehentlich mitgeteilt?
Am Rand des eigentlich gemeinten Ausschnitts: Namen und Adressen in Kopfzeilen, IBAN und Kontostand in Banking-Apps, andere offene Chats in der Übersicht, Benachrichtigungen am oberen Rand, Browser-Tabs mit verräterischen Titeln und Autovervollständigungen in Adresszeilen.
Reicht ein schwarzer Balken über der IBAN?
Nur wenn er deckend ist und fest ins Bild gespeichert wird. Ein halbtransparenter Marker, durch den die Ziffern durchschimmern, ist unsicher. Am sichersten ist, den sensiblen Bereich gar nicht erst mit aufzunehmen — also eng zuschneiden statt nachträglich übermalen.
Enthalten Screenshots Metadaten?
PNG-Screenshots enthalten kaum klassische EXIF-Daten, aber teils Software-Vermerke; sie verraten in der Regel keinen Standort. Trotzdem lohnt bei Screenshots, die man weiterreicht, ein kurzer Blick — vor allem, weil abfotografierte Bildschirme (mit dem Handy) sehr wohl GPS-Daten tragen.
Wie schwärze ich einen Screenshot am schnellsten sicher?
Erstens eng zuschneiden, sodass nur der nötige Bereich übrig bleibt. Zweitens verbleibende sensible Stellen mit einem deckenden Marker oder gefüllten Rechteck übermalen. Drittens als neue Datei speichern, damit die Balken eingebrannt sind. Zuschnitt zuerst spart die meisten Pannen.
Quellen
Apple — Markup und Screenshots · BSI — Verbraucher-Sicherheit.