Erst die Schnell-Diagnose

WebP läuft seit 2020 in jedem aktuellen Browser — wenn ein WebP-Bild irgendwo nicht erscheint, liegt es fast nie am Format selbst, sondern an einem von sieben konkreten Szenarien. Geh die Liste von oben nach unten durch; die ersten drei decken etwa 80 % aller Fälle ab.

Ursache 1: Photoshop ist zu alt

Symptom: „Dieser Dateityp kann nicht geöffnet werden" beim Öffnen in Photoshop.

Hintergrund: Adobe hat nativen WebP-Support erst mit Photoshop 23.2 (Februar 2022) eingebaut. Alle Versionen davor — inklusive der weit verbreiteten CS6 und CC 2019 — kennen das Format nicht.

Lösung: Entweder Photoshop aktualisieren, das kostenlose WebPShop-Plug-in von Google installieren — oder die Datei in 10 Sekunden zu JPG/PNG wandeln: unser WebP-zu-JPG-Konverter läuft browser-lokal ohne Upload.

Ursache 2: Windows-Fotoanzeige ohne Codec

Symptom: Doppelklick auf die Datei unter Windows zeigt ein schwarzes Fenster oder eine Fehlermeldung.

Hintergrund: Die klassische Windows-Fotoanzeige (Windows 7/8-Erbe) kann kein WebP. Die moderne Fotos-App unter Windows 10/11 kann es — sofern die „WebP-Bilderweiterungen" aus dem Microsoft Store installiert sind. Auf manchen Firmen-Rechnern ist der Store gesperrt, dann fehlt der Codec dauerhaft.

Lösung: „WebP Image Extensions" aus dem Microsoft Store installieren (kostenlos), einen anderen Viewer wie IrfanView nutzen — oder die Datei zu JPG konvertieren, wenn sie weitergegeben werden soll.

Ursache 3: Outlook und ältere E-Mail-Clients

Symptom: Im Newsletter oder E-Mail-Anhang erscheint statt des Bildes ein leeres Rechteck oder ein Platzhalter-Symbol.

Hintergrund: Outlook für Windows rendert E-Mails mit der Word-Engine, die WebP erst seit den Microsoft-365-Builds von 2024 versteht. Ältere Installationen (Outlook 2016, 2019, LTSC-Versionen) zeigen WebP nicht an. Gleiches gilt für manche Webmail-Oberflächen von kleineren Providern.

Lösung: Für E-Mail bleibt JPG die sichere Wahl. Wer einen Newsletter baut, liefert JPG als <img>-Fallback und WebP nur über <picture>. Details im Beitrag Bilder im E-Mail-Marketing.

Ursache 4: Falscher Content-Type auf dem Server

Symptom: Auf der eigenen Website erscheint das WebP-Bild als kaputtes Bild-Icon, obwohl die Datei-URL direkt aufgerufen funktioniert — oder der Browser lädt die Datei herunter statt sie anzuzeigen.

Hintergrund: Der Server liefert die Datei mit falschem MIME-Type aus (z. B. application/octet-stream statt image/webp). Ältere Apache- und nginx-Konfigurationen kennen die Endung .webp nicht.

Lösung: MIME-Type nachtragen. Apache (.htaccess): AddType image/webp .webp — nginx (mime.types): image/webp webp;. Danach im DevTools-Netzwerk-Tab prüfen, ob der Response-Header Content-Type: image/webp ankommt.

Ursache 5: WordPress-Upload blockiert

Symptom: „Dieser Dateityp ist aus Sicherheitsgründen nicht zulässig" beim Hochladen in die Mediathek.

Hintergrund: WordPress erlaubt WebP-Uploads erst seit Version 5.8 (Juli 2021). Ältere Installationen — oder solche mit restriktiven Sicherheits-Plug-ins — blockieren die Endung.

Lösung: WordPress aktualisieren (ohnehin ratsam) oder die erlaubten MIME-Types per Filter erweitern. Die komplette WordPress-Bilder-Kette haben wir im Beitrag WordPress-Bilder-Pipeline aufgeschrieben.

Ursache 6: Animiertes WebP in Software, die nur statisches kann

Symptom: Das Bild öffnet sich, zeigt aber nur den ersten Frame — oder gar nichts.

Hintergrund: Animiertes WebP ist eine eigene Format-Variante. Etliche Programme (ältere Bildbetrachter, manche CMS-Thumbnails, Telegram-Desktop in bestimmten Versionen) dekodieren nur statisches WebP und ignorieren die Animations-Chunks.

Lösung: Für maximale Kompatibilität die Animation als GIF oder MP4 bereitstellen. Die Format-Abwägung dazu steht im Beitrag GIF vs. WebP.

Ursache 7: Uralte Browser und eingebettete Webviews

Symptom: Einzelne Besucher melden fehlende Bilder, bei dir sieht alles korrekt aus.

Hintergrund: Safari kann WebP erst seit Version 14 (macOS Big Sur / iOS 14, September 2020). Ältere Macs, die bei macOS Mojave oder Catalina hängen geblieben sind, zeigen WebP im Safari nicht an. Dazu kommen exotische Webviews in Kiosk-Systemen und sehr alten Smart-TVs.

Lösung: Das klassische <picture>-Pattern mit JPG-Fallback deckt diese Restgruppe ab, ohne modernen Browsern das effizientere Format zu nehmen:

<picture>
  <source srcset="foto.webp" type="image/webp">
  <img src="foto.jpg" alt="…" width="1600" height="900">
</picture>

Wenn nichts davon zutrifft: Datei prüfen

Selten, aber möglich: die Datei ist beschädigt oder gar kein echtes WebP (falsch umbenannte Endung). Schnelltest: die Datei in einen aktuellen Chrome oder Firefox ziehen. Öffnet sie sich dort auch nicht, ist die Datei selbst das Problem — dann hilft nur eine neue Kopie aus der Quelle. Ob eine Datei wirklich WebP ist, verrät unser Bild-Info-Tool: es liest die Datei-Signatur browser-lokal aus.

Die pragmatische Grundregel

WebP ist das richtige Format für die Web-Auslieferung — dort ist die Unterstützung seit Jahren universell. Für den Austausch mit Menschen (E-Mail, Messenger an Unbekannte, Druckerei, Behörde) bleibt JPG die reibungslose Wahl. Die Konvertierung in beide Richtungen dauert mit unseren browser-lokalen Tools Sekunden: WebP → JPG und JPG → WebP.

Quellen

Adobe — WebP-Support in Photoshop · Google — WebPShop-Plug-in & Codecs · Microsoft Store — WebP Image Extensions · Can I Use — WebP-Browser-Support · WordPress 5.8 Release Notes.