Das meistgewünschte Feature

Kein Konverter wird häufiger gesucht als „HEIC zu JPG": Jedes iPhone fotografiert seit 2017 standardmäßig in Apples HEIC-Format, und außerhalb der Apple-Welt kann es kaum jemand öffnen. Ein Knopf dafür würde zu JNRT Pixel passen wie kein zweiter. Trotzdem findest du bei uns statt eines Knopfs einen Leitfaden mit Alternativen — und das ist eine bewusste Entscheidung, keine Lücke.

Das technische Problem in einem Absatz

Unsere Tools arbeiten browser-lokal: Der Browser dekodiert das Bild, die Canvas-API kodiert es neu. Das funktioniert, weil jeder Browser JPG, PNG, GIF und WebP dekodieren kann. HEIC kann er nicht — mit Ausnahme von Safari auf Apple-Geräten. HEIC basiert auf dem Video-Codec H.265/HEVC, und der ist patentbelastet: Wer ihn dekodiert, bewegt sich in einem Geflecht aus Lizenzpools. Google, Mozilla und Microsoft haben sich entschieden, diese Lizenzen für ihre Browser nicht zu erwerben — deshalb öffnet Chrome bis heute kein HEIC.

Die zwei Wege, die andere gehen

Online-Dienste, die HEIC-Konvertierung anbieten, lösen das auf eine von zwei Arten — beide mit einem Haken:

  • Weg 1: Server-Konvertierung. Das HEIC wird hochgeladen und auf dem Server dekodiert. Funktioniert zuverlässig — aber deine iPhone-Fotos (mit GPS-Daten, siehe unser Metadaten-Bericht) liegen dann auf einem fremden Server. Genau das Modell, gegen das wir uns grundsätzlich entschieden haben. Ein einzelner Knopf, der heimlich doch hochlädt, während alles andere lokal bleibt, würde unser zentrales Versprechen unglaubwürdig machen.
  • Weg 2: Ein Decoder in WebAssembly. Man kann einen HEVC-Decoder (etwa auf Basis von libheif) zu WebAssembly kompilieren und im Browser ausführen. Das bleibt lokal — kostet aber mehrere Megabyte Download, bevor das erste Bild verarbeitet ist, läuft auf schwächeren Geräten zäh, und die Patent-Frage verschiebt sich damit vom Browser-Hersteller zum Website-Betreiber. Für ein werbefinanziertes Gratis-Angebot ist das eine rechtliche Grauzone, die wir nicht betreten wollen.

Unsere Entscheidung: der ehrliche Umweg

Statt eines Knopfs mit Sternchen gibt es bei uns die Wege, die ohne Kompromiss funktionieren — meist schneller als jeder Web-Konverter:

  1. An der Quelle abstellen: iPhone-Einstellungen → Kamera → Formate → „Maximale Kompatibilität". Ab dann fotografiert das iPhone direkt in JPG.
  2. Beim Teilen konvertieren lassen: iPhones wandeln HEIC automatisch in JPG um, wenn per Mail oder an Nicht-Apple-Geräte geteilt wird — die meisten Nutzer haben das Problem nur bei Kabel-Übertragung.
  3. Unter Windows: die kostenlosen „HEIF-Bilderweiterungen" aus dem Microsoft Store installieren, dann öffnet die Fotos-App HEIC und speichert als JPG.

Alle Wege im Detail, samt Mac- und iCloud-Variante, stehen im HEIC-Leitfaden; die Format-Hintergründe im Beitrag HEIC/HEIF erklärt.

Wann wir die Entscheidung überdenken

Produkt-Entscheidungen haben ein Verfallsdatum, und dieses hier hängt an zwei Entwicklungen, die wir beobachten: Erstens könnten Browser über die neue WebCodecs-Schnittstelle HEVC-Dekodierung dort freigeben, wo das Betriebssystem sie ohnehin mitbringt — dann ginge HEIC-Konvertierung lokal, ohne Mega-Download und ohne eigene Lizenzfrage. Zweitens verliert das Problem von selbst an Gewicht: Apple fotografiert zunehmend interoperabler, und neuere Windows-Versionen bringen HEIF-Unterstützung mit. Sobald einer der beiden Wege trägt, bauen wir den Knopf — und schreiben den nächsten Werkstatt-Bericht darüber.

Was dieser Bericht eigentlich sagen soll

Es wäre einfach gewesen, einen HEIC-Knopf zu bauen, der Bilder still auf einen Server schickt — kaum ein Nutzer hätte es gemerkt. Wir glauben, dass man einem Werkzeug genau dann vertrauen kann, wenn der Anbieter auch erklärt, was es nicht kann und warum. Deshalb steht dieser Text hier.

Quellen

Can I use — HEIF/HEIC-Browserunterstützung · Apple — Medienformate von iPhone und iPad · libheif — Quellcode auf GitHub.