Die Zutaten: ein Canvas und etwas Text
Ein Wasserzeichen aufs Bild zu bringen heißt technisch: das Originalbild auf ein Canvas zeichnen und darüber Text malen. Die Canvas-API bringt dafür alles mit, was man braucht — es sind erstaunlich wenige Befehle. Das Wasserzeichen-Tool setzt genau darauf auf, und alles läuft lokal im Browser: Das Bild wird nirgends hochgeladen.
Der Kern: halbtransparenter Text
Ein Wasserzeichen soll sichtbar, aber nicht aufdringlich sein — es liegt halbtransparent über dem Bild. Genau dafür gibt es globalAlpha: eine Zahl zwischen 0 (unsichtbar) und 1 (voll deckend), die alles Folgende entsprechend durchscheinen lässt.
ctx.globalAlpha = opacity / 100; // z. B. 35 % Deckkraft
ctx.fillText(text, x, y);Das war der ganze Trick für ein einfaches Wasserzeichen: Deckkraft setzen, Text malen. Der Rest sind Feinheiten, die es brauchbar machen.
Die Drehung: translate + rotate
Diagonale Wasserzeichen (der Klassiker: Text schräg übers Bild) sind schwerer zu entfernen und wirken bewusster platziert. Canvas dreht aber immer um den Nullpunkt oben links — also verschiebt man erst den Ursprung an die Textstelle, dreht dann, malt, und stellt alles zurück:
ctx.translate(px, py); // Ursprung zur Position
ctx.rotate(rotate * Math.PI / 180); // Grad in Radiant
ctx.fillText(text, 0, 0);Der kleine Rechenschritt Grad × π / 180 übersetzt die gewohnten Winkelgrade in das Bogenmaß, mit dem Canvas rechnet. Ein Detail, an dem man beim Bauen zuverlässig einmal stolpert.
Die Kachelung: einmal ist nicht genug
Ein einzelnes Wasserzeichen in einer Ecke ist schnell weggeschnitten. Deshalb gibt es die Option, den Text über das ganze Bild zu kacheln — in Reihen und Spalten wiederholt. Im Code ist das eine doppelte Schleife, die den Text in regelmäßigen Abständen immer wieder malt. Das Ergebnis überzieht das gesamte Bild und lässt sich nicht mehr mit einem einzigen Zuschnitt entfernen.
Die ehrliche Grenze
Werkstatt-Bericht heißt auch: die Grenzen benennen. Ein aufgemaltes Wasserzeichen ist ein sichtbarer Hinweis, kein unüberwindbarer Schutz. Wer es wirklich darauf anlegt, kann ein Wasserzeichen mit Aufwand retuschieren — je dezenter es ist, desto leichter. Ein blickdichtes, gekacheltes, diagonales Wasserzeichen erhöht die Hürde deutlich, aber es macht ein Bild nicht diebstahlsicher. Was Wasserzeichen realistisch leisten und welche anderen Mittel es gibt, steht im Beitrag Eigene Bilder vor Klau schützen.
Was das Tool bewusst nicht tut
Es fügt kein eigenes Logo ins Ergebnis ein — anders als viele Gratis-Apps, die ihr Wasserzeichen über dein Wasserzeichen legen. Das wäre absurd bei einem Werkzeug, dessen Zweck genau das eigene Wasserzeichen ist. Und es lädt nichts hoch: Dein Bild und dein Wasserzeichen-Text bleiben auf deinem Gerät. Am Ende gibt das Canvas das fertige Bild über toBlob() als Download zurück — dieselbe Technik, die auch alle anderen Werkzeuge nutzen.