Die drei Rahmen jeder Druckdatei
Druckdaten denken in drei ineinander liegenden Rahmen — wer sie versteht, macht keinen der klassischen Fehler:
- Endformat: die fertige Karte, 85 × 55 mm — so groß, wie sie später in der Hand liegt.
- Beschnittzugabe (Anschnitt): 1–3 mm rundum extra. Hintergrundfarben und -bilder laufen bis hier hinaus, damit nach dem Schneiden garantiert kein weißer Rand bleibt.
- Sicherheitsabstand: 3–5 mm von der Schnittkante nach innen. Alles Wichtige — Name, Logo, Telefonnummer — bleibt innerhalb, damit die Schneidemaschine (die minimal ungenau ist) nichts abschneidet.
Die Details zu diesem Prinzip — und warum jede Druckerei danach fragt — stehen im Beitrag Beschnitt und Anschnitt erklärt.
Die konkreten Zahlen für 85 × 55 mm
| Rahmen | Millimeter | Pixel bei 300 dpi |
|---|---|---|
| Endformat | 85 × 55 mm | ~1004 × 650 px |
| Mit 2 mm Beschnitt | 89 × 59 mm | ~1051 × 697 px |
| Sicherheitszone (innen) | 79 × 49 mm | — |
Wichtig: Diese Werte sind Richtwerte. Jede Druckerei hat ein Datenblatt mit ihren exakten Vorgaben (oft 1 oder 3 mm Beschnitt) — vor dem Anlegen kurz dort nachsehen erspart die Ablehnung.
Warum 300 dpi Pflicht sind
Am Bildschirm reichen 72–96 dpi; gedruckt braucht es 300 dpi, weil das Auge aus Lesedistanz feinste Details erkennt. Eine Visitenkarte mit 150-dpi-Logo wirkt sofort „billig". Die Umrechnung ist simpel: Millimeter ÷ 25,4 × 300 = Pixel. Grundlagen dazu — inklusive der Frage, wann weniger dpi verzeihbar sind — stehen im Beitrag DPI und PPI erklärt.
Vektor schlägt Pixel
Der beste Weg für Visitenkarten ist eine Vektor-PDF: Text und Logo bleiben mathematisch gestochen scharf, unabhängig von der Auflösung, und der Beschnitt lässt sich sauber definieren. Wenn du mit Pixelbildern arbeitest (etwa einem Foto-Hintergrund), gehören diese in 300 dpi hinein — vorher mit dem Skalier-Tool auf die nötige Pixelzahl bringen. Logos möglichst als SVG einbetten, nicht als kleines PNG.
Farbe: RGB oder CMYK?
Druckmaschinen arbeiten in CMYK, Bildschirme in RGB. Für den professionellen Druck werden die Daten deshalb in CMYK erwartet. Viele Online-Druckereien konvertieren aber selbst aus RGB — der Haken: kräftige RGB-Leuchtfarben können dabei matter werden. Wenn die Farbe exakt stimmen muss, in CMYK anlegen und ein Farbprofil der Druckerei verwenden. Der ganze Zusammenhang steht im Beitrag CMYK vs RGB im Druck.
Die häufigsten Ablehnungsgründe
- Kein Beschnitt angelegt — weißer Rand nach dem Schneiden.
- Text zu nah am Rand — wird angeschnitten.
- Zu niedrige Auflösung — unscharfer Druck.
- RGB, wo CMYK gefordert ist — Farbabweichungen.
- Schriften nicht eingebettet — bei PDF Schriften einbetten oder in Pfade umwandeln.
Häufige Fragen
Welche Maße hat eine Visitenkarte in Deutschland?
Das gängige Format ist 85 × 55 mm. Für den Druck kommt rundum meist 1–3 mm Beschnittzugabe dazu (also z. B. 88 × 58 mm Enddatei), damit beim Schneiden kein weißer Rand entsteht. Wichtige Inhalte bleiben mit einem Sicherheitsabstand von etwa 3–5 mm vom Rand weg.
Welche Auflösung brauchen Visitenkarten?
300 dpi bei Endgröße. Für 85 × 55 mm entspricht das rund 1004 × 650 Pixel plus Beschnitt. Bilder mit weniger Auflösung wirken im Druck unscharf — anders als am Bildschirm zählt hier jedes Pixel.
Muss ich Visitenkarten in CMYK anlegen?
Für den professionellen Offsetdruck ja, weil Druckmaschinen in CMYK arbeiten. Viele Online-Druckereien nehmen aber auch RGB an und konvertieren selbst. Leuchtende RGB-Farben (kräftiges Orange, Neongrün) können im CMYK-Druck matter wirken — im Zweifel ein Datenblatt der Druckerei prüfen.
Als was speichere ich Visitenkarten-Druckdaten?
Bevorzugt PDF (Vektor, gestochen scharfer Text, definierter Beschnitt). Wenn nur ein Pixelformat möglich ist: hochauflösendes PNG oder TIFF bei 300 dpi. JPG nur, wenn die Druckerei es verlangt — bei scharfem Text und Linien franst es aus.
Quellen
PDF Association — PDF/X für den Druck · International Color Consortium — Farbprofile.